6. Juni 2017

SUNDAY IS RACEDAY

How I spent the last days before IM 70.3 Rapperswil

By In Sport

Monatelang habe ich mich auf diesen einen Tag vorbereitet. Ich bin geschwommen, geradelt, gerannt, habe geschwitzt, geflucht, mich gefreut, geschrien und ja, ich habe auch mal geheult wenn, es nicht so lief, wie ich es gerne gehabt hätte. Am Sonntag nun ist er endlich da, mein „grosser Tag“. Es klingt etwas pathetisch. Denn eigentlich hatte ich schon viele grosse Tage. Meine Geburt, die Geburt meiner Tochter, meine Hochzeit, mein erster Triathlon und so weiter und dennoch, es ist ein besonderer Tag – der Tag, meiner ersten Halbdistanz.

Heute in 5 Tagen ist es soweit, respektive hoffe ich, dass ich heute in 5 Tagen um diese Zeit schon lange und vor allem wohlbehalten im Ziel angekommen bin. X mal habe ich mir während den letzten Wochen bei harten Trainingseinheiten vorgestellt, wie es sein wird, meinen Fuss auf den roten Zielteppich zu setzten – ich hoffe schwer, es gibt diesen Teppich wirklich – und was soll ich sagen, ganz so emotionslos wie ich immer dachte, bin ich dann doch auch nicht. Schon alleine bei dem Gedanken, den Zielbogen vor mir zusehen, bekomme ich Gänsehaut.

Was lange währt wird endlich gut

Ich habe mir den Start an einer Halbdistanz so lange gewünscht, schon einmal lange und hart darauf hin trainiert um es am Ende, statt an die Starlinie nur bis ins nächste Krankenhaus zu schaffen. Dieses Mal soll es gelingen. Ich bin gut vorbereitet, fühle mich stark und bereit. Langsam steigt die Aufregung und gelegentlich frage ich mich, ob ich auch an alles gedacht habe. Nicht im Sinne von Trainingseinheiten, dafür hat mein Coach mit seinen Plänen gut gesorgt. Aber es könnte ja sein, dass und so weiter. Ihr seht auch ein relativ taffes Mädel wie ich kann zur hysterischen Furie werden, wenn es dann wirklich ernst gilt.

Gelegentlich würde ich mir selbst gerne von aussen zusehen, wie ich in den nächsten Tagen rumwusle, zusammensuche was mitgenommen werden muss und wieder und wieder durchgehe was ich an Verpflegung zu packen habe. Für morgen habe ich mir fest vorgenommen Listen zu schreiben, damit auch ja nichts vergessen geht. Warum ich das mache? Ganz einfach weiterlesen und ich verrate es dir!

Der Aufregung ein Schnippchen schlagen

Aufregung vor einem Wettkampf ist etwas ganz natürliches. Bislang bin ich davon grösstenteils verschont geblieben ausser bei meinem Halbmarathonstart im Mai in Genf. Da war ich zum ersten Mal in meiner Triathlonkarriere so richtig aufgeregt und ich wusste, für die Halbdistanz würde ich mir Strategien zu Recht legen müssen, um in den letzten Tagen nicht den Kopf zu verlieren.

#1 Druck reduzieren

Ganz grundsätzlich habe ich gelernt Druck herauszunehmen. Das ist nicht auf meinem eigenen Mist gewachsen, sondern auf dem von 2 überaus schlauen Männern. Der erste, der gesagt hat „Hey, es ist dein erster so langer Wettkampf, es ist doch egal wie lange du unterwegs bist. Hauptsache, du kommst gesund im Ziel an!“ war mein Mann! Danke mein Herz, für diesen weisen Ratschlag, den ich leider monatelang ignoriert habe, wohl wissend, dass du wie so oft in unserem Leben absolut recht hast! Der zweite, mit einer ähnlichen Aussage, ist mein Coach. In meinem Trainingsplan für Sonntag steht drin „70.3 Rappi 🙂 viel Spass!!“. Das heisst nicht, dass ich nicht alles geben soll, sondern genau das, was da steht! Spass haben auf jedem Meter! Danke Pädu für deine grossartige Unterstützung in den letzten Monaten!

Ergo gehe ich am Sonntag an den Start ohne mir ein Zeitlimit gesetzt zu haben aber mit dem Wissen, dass ich stark genug bin, vor den Cut-off Times die Disziplin zu wechseln oder das Ziel zu erreichen.

# 2 Nicht tatenlos auf den Tag X warten

Natürlich trainiere ich in dieser Woche nicht mehr wie ein Wahnsinnige aber es sind doch bis auf einen Tag in dieser Woche jeden Tag noch kurze und am Donnerstag eine längere Einheit vorgesehen. Mein Körper kennt das Spiel schon und weiss, wenn auf harte Einheiten, eine etwas ruhigere Zeit folgt, dann kommt was grösseres. Ausserdem habe diese Woche Wetterglück und werde mir bestimmt in den nächsten 3 Tagen ehe ich nach Rapperswil reise die eine oder andere Stunde auf dem Liegestuhl in der Belper Badi gönnen, mich ausruhen und auf mich konzentrieren. Die Balkonblumen wollen auch endlich mal eingepflanzt werden und Büroarbeit habe ich auch noch zu erledigen. Eigentlich gar keine Zeit für Nervosität.

# 3 Gute Laune haben und einfach mal NEIN sagen

Negative Gedanken, Ärger und zusätzliche Aufgaben haben diese Woche einfach mal keinen Platz in meinem Leben. Ja, ich bin ein Mensch der sehr schlecht NEIN sagen kann. Ich halse mir immer unglaublich viel auf und bin dann auch noch so pflichtbewusst, alles nebst meinem so oder so schon ziemlich straffen Pensum erledigen zu wollen. Das habe ich mir für diese Woche strikt untersagt und oh Wunder, die Welt dreht sich noch! Ich bin zum Beispiel irre stolz auf mich, dass ich gestern die Hausarbeit wunderbar an meine zwei Liebsten delegiert habe und quasi vom Sofa aus zuschauen konnte wie gearbeitet wurde. Ganz einfach, einmal Fragen und bitte sagen und es funktioniert. Hätte ich auch mal früher drauf kommen können. Nein sagen zu Aufgaben die mich diese Woche negative belastet hätten. Ging ganz einfach, es war ausgesprochen, ehe ich über die Konsequenzen nachdenken konnte. Irre, das hat sich richtig gut angefühlt und es macht verdammt gute Laune. Auch das werde ich demnächst ob mit oder ohne Wettkampf öfters tun.

Schlussendlich fühle ich mich heute Abend befreit, geerdet und wohl in mir selbst.

Ich hoffe, meine drei kurzen Strategien für die letzten Tage vor einem grösseren Wettkampf haben dir gefallen und wer weiss, vielleicht kannst du das eine oder andere ja für dich nutzen. Schau doch in den nächsten Tagen nochmal vorbei, dann möchte ich dich mit Tipps und Tricks rund um den Wettkampftag und probaten Mittelchen gegen die Wettkampfaufregung unterhalten.

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2 Comments
  1. Christian 7. Juni 2017

    Viel Erfolg am Wochenende auf der Mittelstrecke! Wie du schon geschrieben hast, ist das Umfeld sehr hilfreich, einen selbst wieder ein wenig auf den Boden zu bringen, vor lauter eigener Fokusierung auf den „großen Tag“.
    Mein Motto ist zumindest immer mit einem Lächeln durchs Ziel zu kommen. Der Zieleinlauf mit meiner Tochter lässt mich die letzten Meter schweben 🙂
    Bei mir ist es in 10 Tagen soweit Dann werde ich seit langer Zeit wieder bei der Mitteldistanz am Start stehen.

    Sonnige Grüße aus dem Norden
    Christian

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    • Ana
      Ana 20. Juni 2017

      Lieber Christian, bitte entschuldige, ich hatte so viel um die Ohren, ich habe dir gar nicht geantwortet. Ich hoffe, deine Mitteldistanz war auch erfolgreich und du hattest Spass? Ich würde mich freuen, zu lesen, wie es dir ergangen ist! Bis dahin, liebe Grüsse aus der Hängematte, Ana

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