15. Januar 2017

SWIM CHANNEL

The value of a swimming analysis

By In Sport

Das ich das Wasser liebe und äusserst gerne schwimme, wissen viele von euch schon. Dass ich im letzten Dezember dank einer Einladung von Christian Pötzsch von CP Sports meine ersten Erfahrungen in einem Schwimmkanal sammeln durfte, wissen wohl bisher nur die, die mir auch auf Instagram folgen. 

schwimmkanal-horgen-ana

Ihr könnt euch sicher vorstellen, wie überrascht ich war, als ich vor ein paar Wochen die freundliche Einladung von Christian zur Schwimmanalyse bekam.

Damals konnte ich mir überhaupt nicht vorstellen, wie es sich anfühlen würde in einem Becken von 10 auf 3 Metern bei Gegenstrom zu schwimmen. Ich war wirklich sehr gespannt und hatte anfänglich ein paar Bedenken, dass ich der Geschwindigkeit nicht würde standhalten können.

Christian hat mich herzlich empfangen und ich durfte mir den Schwimmkanal erst mal aus der trockenen Sicherheit anschauen.

Ehe es ins Wasser ging, haben Christian und ich besprochen, dass ich insgesamt drei Durchgänge schwimme. Im ersten wollte er sehen, wie ich überhaupt schwimme, im zweiten würde ich allfällige technische Korrekturen umsetzen und im dritten Durchgang wollten wir meine maximale Schwimmgeschwindigkeit ermitteln, die mir durch eine verbesserte Technik möglich wäre.

Erster Durchgang

Einstiegstempo 2:20 – Endtempo 2:09 je 100 Meter

Ich nahm meine Position im Becken ein. Damit mich alle drei Kameras einfangen, sollte ich  den Kopf über der Markierung am Beckenboden halten und beim Schwimmen darauf achten, dass ich auch in etwa an dieser Stelle bleibe. Easy dachte ich, schaffe ich locker.

Es schwimmt sich tatsächlich sehr locker bei 2:20. Irgendwann sah ich, dass vor mir mehr Bläschen aufstiegen und ich wusste, dass Christian die Geschwindigkeit der Anlage jetzt hochfahren würde. Dass ich aber so schnell richtig zu kämpfen hätte, hätte ich nicht gedacht. Irgendwann waren die Arme schwer wie Blei und ich konnte nicht mehr weiter schwimmen. Die Wasserkraft hat mich die kurze Strecke zum Beckenrand getrieben.

Wieder auf dem Trockenen kam die erste Analyse. Was ich insgeheim schon wusste, war nun also Realität. Meine Körperspannung während den ersten Minuten im Wasser war schlicht weg unmöglich. Wie eine Banane lag ich im Wasser, was unweigerlich dazu führte, dass mein Beinschlag eher einem Scherenschlag glich, meine Armzüge nicht fertig gemacht werden konnten und ich gezwungen war, den Kopf zum Atmen soweit aus dem Wasser zu heben, dass jegliches Gleiten unmöglich war.

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Zweiter Durchgang – arbeiten an der Wasserlage

Einstiegstempo 2:10 – Endtempo 1:55  je 100 Meter

Mit einer einfachen Übung hat mich Christian wieder ins Becken geschickt. Ich sollte mich an der Stange vor mir, mit ausgestreckten Armen festhalten, einen leichten Beinschlag machen und mich nur auf meine Körperspannung konzentrieren. Auf einmal spürte ich, wie sich meine Wasserlage veränderte. Ich merkte, dass ich viel weiter oben im Wasser liege, wenn ich all meine Rumpfmuskeln anspanne und diese Anspannung beibehalte.

Mittels Winkzeichen hat mich Christian zum Beckenrand gerufen, der Lärm, den der Schwimmkanal verursacht, macht eine Unterhaltung oder Zurufe beinahe unmöglich. Als nächstes sollte ich mich wieder an der Stange vor mir festhalten, meine Schwimmposition finden, die Stange loslassen und mit dem Kraulen beginnen. Gesagt getan. Tempo war wieder 2:20. Es fühlte sich so leicht an. Ich glitt durchs Wasser und konnte lange, kräftige Armzuge ausführen. Selbst als das Tempo Schritt für Schritt gesteigert wurde und der Wasserwiederstand immer kräftiger wurde, konnte ich noch ein Weilchen mithalten. Da der Körper sich aber erst an die neue Lage im Wasser gewöhnen muss und die Muskulatur definitiv noch nicht permanent so angespannt werden konnte, landete ich auch im zweiten Durchgang früher oder später am Becken ende.

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Dritter Durchgang – welche Pace ist effektiv möglich

Einstiegstempo 2:00 – Endtempo 1:47  je 100 Meter

Nachdem ich den Bogen mit der Körperspannung raus hatte, ging es im dritten Durchgang darum, meine maximale Schwimmgeschwindigkeit zu ermitteln. Gespannt bin ich wieder ins Becken, habe wie schon im zweiten Durchgang mithilfe der Stange nach der optimalen Wasserlage gesucht, losgelassen und bin geschwommen. Es fühlte sich noch besser an als im zweiten Durchgang und das Einstiegstempo war bereits höher gestellt. Um mich herum stiegen schnell immer mehr Blasen auf und ich musste schneller schwimmen um nicht an den Beckenrand getrieben zu werden. So lange es ging, habe ich durchgehalten, gekämpft und mich schlussendlich gefreut, dass ich mich, dank ein paar kleinen Änderungen um ganze 10 Sekunden in meiner Schwimmgeschwindigkeit verbessert habe.

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Mein Fazit

Ich bin auch heute noch überwältigt, was meinen Besuch im Schwimmkanal angeht. Ich habe so viel gelernt, über meinen Schwimmstil und was ich daran verbessern kann, dass ich eine Schwimmanalyse im Schwimmkanal nur empfehlen kann.

Danke Christian für deine Einladung zu der Schwimmanalyse!

Mit Sicherheit werde ich Christian in diesem Jahr nochmals besuchen um zu sehen, welche Fortschritte ich gemacht habe.

Dank seinen Tipps, die ich in mein Pooltraining einbauen kann und den mir zur Verfügung gestellten Aufnahmen, konnte ich meine technischen Defizite auch mit meinem Coach besprechen. Meinem Projekt „Swim like a Shark – quit, fast and smart“ steht damit nichts mehr im Weg.

Infos zum Pool

Der von Roy Hinnen gebaute Schwimmkanal in Horgen ist einmalig in der Schweiz. Ausgestattet mit einer Analysesoftware die über 3 Kameras und zwei Flatscreens Aufnahmen macht und diese live wieder gibt. Die Technik ermöglicht eine stufenlose Geschwindigkeitsregulierung bis max. 54 Sek/100m. Die Wassertemperatur beträgt konstant 27 Grad Celsius. Das 55 Tonnen schwere und  10 x 3 Meter grosse Becken findet auf vergleichsweise wenig Raum sehr gut Platz.  Garderoben, Duschen, Toiletten und ein Besprechungsraum sind ebenfalls im Gebäude untergebracht. Ganz toll fand ich persönlich, den gereichten Bademantel. Damit man zwischen den Durchgängen nicht all zu sehr friert.

Infos zu Christian Pötzsch

Christian hat einen Master in Sportwissenschaften und ist selbst aktiver Triathlet. Er coacht den Luzernern Triathlonverein Loolaba und ist einer der lizenzierten Coaches, die im Schwimmkanal von Roy Hinnen Schwimmanalysen anbieten und durchführen dürfen.

Mehr Infos über Christian findet ihr auf seiner Website CP Sports oder in Bilder auch auf seinem Instagramaccount.

Preise für eine Schwimmanalyse

30 Minuten – 1 Athlet – CHF 139

60 Minuten max. 2 Athleten – CHF 269

*Gruppentarife auf Anfrage.

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2 Comments
  1. Sascha 17. Januar 2017

    Toller Beitrag – komme das nächste mal gleich mit

    Reply
    • Ana
      Ana 21. Januar 2017

      Unbedingt! Ist wirklich spannend!!

      Reply

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