20. November 2017

RUNNING LOVE

Missing my running routine

By In Sport

Was passiert, wenn’s passiert – ich habe mir nie wirklich Gedanken darüber gemacht, was passiert, wenn ich mich „ernsthaft“ verletzten sollte. Nun, es ist passiert. Vor über sechs Wochen schon. Nein eigentlich schon viel früher, ich wollte es nur nicht wahrhaben. Tja, da sitze ich jetzt, mit einem handfesten Muskelfaserriss und einem sechswöchigen Laufverbot. Das Laufen fehlt mir und ich stehe Ängste aus, von denen ich nicht gedacht hätte, dass ich sie überhaupt habe. 

In der Tat, man könnte sagen, ich habe den Schuss nicht gehört. Im Frühherbst bemerkte ich beim Lauftraining immer öfter ein eher unangenehmes Ziehen in der Wade. Dumm wie ich bin, habe ich das auf zu wenig Muskelkraft geschoben und bin weiter gelaufen. Hätte ich damals gewusst, was ich heute weiss, wäre ich hoffentlich schlauer gewesen. Nun ist es aber wie es ist und Frau Tausendvolt musste lernen sich in Zurückhaltung zu üben. Wie schwer das wirklich ist, hätte ich mir niemals träumen lassen.

Normalerweise bin ich froh, wenn der Herbst sich dem Winter neigt. Für mich bedeutet das erstmal eine Laufpause. Dieses Jahr kann ich es kaum erwarten, meine Laufschuhe zu schnüren und wieder loszulaufen. Obwohl, wenn ich ehrlich bin habe ich vor dem ersten Mal ganz schön schiss.

Was, wenn meine ganze Grundlage weg ist? Was, wenn ich noch langsamer laufe als so oder so schon? Was, wenn ich laufe und plötzlich wieder Schmerzen habe? Wer mich kennt oder mir schon länger folgt weiss, ich bin eine Dramaqueen. Die wildesten Szenarien spielen sich in meinem Kopf ab und die dümmsten Ängste werden geschürt. Viel wahrscheinlicher wäre doch, dass ich demnächst locker loslaufe, mir vor lauter laufen gar nicht einfällt über meine Pace nachzudenken und auch die Schmerzen nicht wieder kommen. Das wäre dann mein ganz persönlicher #HappyDay.

Mir fehlt die Einfachheit im Alltag meine Laufschuhe zu schnüren und zu laufen. Natürlich habe ich in den letzten Wochen alternative Sporarten betrieben. Ich war regelmässig schwimmen, sitze 2 mal die Woche auf dem Rad und gehe für Kraftworkouts ins Functional Training. An und für sich alles tolle Sportarten die mir richtig viel Spass machen aber, sie sind so zeitintensiv.

Das tolle am Laufen ist ja, dass man es immer und überall, zu jeder Zeit und mit wahnsinnig wenig Aufwand machen kann. Alles was man braucht ist eine gescheite Laufausrüstung. In meinem Alltag perfekt. Egal wo ich hinfahre, im Auto liegt immer eine Tasche mit Laufsachen bereit. Man weiss ja nie wo sich die Gelegenheit bietet. Sobald ich wieder laufen kann, möchte ich solche spontanen Einheiten gerne wieder mehr in mein Training einbauen.

Aus meiner Sicht gibt es nichts spannenderes als eine unbekannte Laufstrecke. Ich fühle mich dann meist wie Robinson Crusoe. Das Laufen bekommt, weil ich darauf achten muss, mich nicht zu verlaufen, eine ganz andere Dimension. Ich sehe zu, dass es läuft und dann lasse ich es laufen. Ohne auf die Uhr zu sehen oder mich darum zu scheren in welcher Pace ich unterwegs bin. In der Regel sind das die besten Läufe. Ich sag’s euch, ich würde alles geben, jetzt laufen zu gehen.

 

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