18. Januar 2017

RUNNING IN WINTER

Körper - Klima - Kleidung

By In Sport

Wer auch im Winter draussen läuft sollte wissen, wie er sich vor der Kälte und den Wetterumständen schützen kann. Ganz besonders wichtig ist jetzt die funktionelle Bekleidung. Bei mir ist es so, dass ich, solange ich noch nicht laufe, sehr schnell friere. Wenn ich dann aber mal in Bewegung bin, wird mir ziemlich schnell warm. Ein einziges Mal hat ausgereicht um nie mehr,  in nicht funktioneller Bekleidung zu laufen. Ich bin während und nach dem Training fast erfroren. Das Gefühl, das sich ausbreitet, wenn dich die Nässe und Kälte erwischt, möchte ich so schnell nicht mehr erleben. 

Unser Körper – ein Wunderwerk

Im Alltag liegt unsere Körpertemperatur zwischen 36.6 und 37.4 Grad. Sind wir in Bewegung oder strengen uns, wie beim Sport körperlich an, produzieren wir viel mehr Wärme. In der Folge steigt unsere Körpertemperatur merklich an.

Schlau wie unser Körper ist, fängt er sofort an zu reagieren. Um nicht zu überhitzen, muss Wärme abgegeben werden. Wir schwitzen – unser grösstes Organ, die Haut übernimmt dabei den grössten Teil des Wasserabtransports. Der Atem steuert einen weiteren kleinen Teil zum Abtransport von überschüssiger Wärme bei. In Prozent könnte die Arbeitsteilung nicht drastischer sein. Satte 90% der Körperwärme wird als Schweiss über die Haut abgegeben und lediglich 10% über die Atmung. Ein faszinierendes Detail, dem ich bisher noch keine Beachtung geschenkt habe. By the way leuchtet mir jetzt aber ein, warum Sportlerhaut im Winter besondere Pflege braucht! Die kalte, mitunter trockene Luft und der Schweiss der durch übermässige Körperwärme entsteht, trocknen unser empfindlichstes Organ aus.

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Wie das Klima unseren Körper beeinflusst

In den Sommermonaten, wenn die Sonne ungnädig auf uns herunterbrennt muss der Körper beim Sport eine ganz andere Leistung erbringen als bei Minusgraden im Herbst und Winter. Wir müssen oder sollten uns gerade beim Outdoorsport vor den klimatischen Einflüssen der Jahreszeiten schützen. Im Sommer vor den UV-Strahlen im Winter vor Wind, Kälte und Nässe. Dabei kommen wir heute in den Genuss von funktioneller Bekleidung. Nicht, dass es ohne die Zaubertextilien nicht ginge, das haben Sportler aus früheren Zeit oft genug bewiesen, aber es ist eindeutig komfortabler mit Funktionskleidung.

Ausgeklügelte Webarten, Textilfasern und Mesheinsätze an den richtigen Stellen unterstützen die Wechselwirkung zwischen unserem Körper und dem Wetter. Dabei ist das Spektrum an Supportmöglichkeiten inzwischen riesig. Egal ob kühlende oder wärmeisolierende Eigenschaften, feutigkeitsaufnehmende oder abweisende Materialien oder gar der Muskelsupport, die Textilindustrie weiss Rat, was ich wiederum sehr zu schätzen weiss! Natürlich, guter Rat ist teuer – aber es lohnt sich wirklich. Ausserdem sind die funktionellen Kleider vielseitig einsetzbar. So trage ich beispielsweise manche Oberteile auch zum Langlaufen oder Skifahren, Bikejacken in der Freizeit und Langlaufjacken zum Laufen, wenn es wirklich eisig ist und und und.

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Das Anzieh-1-mal-1 im Winter

Wir kennen es alle, das viel besprochene Zwiebelprinzip. Es hat sich bewährt und ist heute aus dem Sport und Alltag nicht mehr weg zu denken. Früher, wenn mich meine Oma liebevoll darauf hinwies, dass ich wieder mal ohne Hemdchen unterwegs sei und mich gewiss verkühlen würde, hatte ich nur ein müdes Lächeln übrig und fand meine Oma ordentlich uncool. Dabei wusste sie damals schon, dass es einen wärmt, wenn man sich Schicht um Schicht kleidet und dabei ein gewisses Augenmerk auf die Beschaffenheit der verarbeiteten Materialien legt. Kluge Frau meine Oma!

Heute bin ich die uncoole, wenn ich mein Fräulein Tochter darauf hinweise, dass bei den aktuellen Minusgraden eventuell besagtes Hemdchen ganz nützlich wäre. In der Regel ernte ich pupertierendes Stöhnen und Augenrollen.

Mehr als sagen kann ich es nicht. Ich fahre mit dem Zwiebelprinzip bestens! Insgesamt drei Textilschichten schützen mich im Schweizer Winter davor, all zu sehr frieren zu müssen. Ist mir zu warm, kann ich etwas ausziehen. Das muss ich dann halt während einem Lauf irgendwo deponieren, in der Hoffnung es nach dem Training dort wieder zu finden oder mittragen. Aber wie sagt man so schön? Man kann nicht immer alles haben!

Ich beginne mit der Sportunterwäsche, die hat an und für sich keine wirkliche Funktion. Ausser, dass der Sport-Bra meinen Busen an Ort und Stelle halten soll. Damit habe ich mich im Blogpost „Trägst du eigentlich einen Sport-BH“ eingehend befasst. Danach folgt die eigentlich erste Schicht, die dem Feuchtigkeitsmanagment dient. Das Textil leitet Schweiss vom Körper ab und hilft, meine Haut weitestgehend trocken zu halten. Darüber trage ich je nach Temperatur, als zweite Schicht ein Leibchen zur Thermoregulation. Wie schon öfter erwähnt, ich hasse es, beim Sport zu frieren. Da gefriert dann sogar meine meistens gute Laune. Zu guter Letzt ziehe ich mir je nach Wetter, als dritte und letzte Schicht, eine entsprechende Schutzschicht über. Wenn es regnet oder schneit, trage ich eine wasserabweisende Jacke. Wenn es windig ist, ziehe ich mir eine Windjack über und wenn die Sonne scheint, die Temperaturen aber trotzdem um den Gefrierpunkt liegen, trage ich eine Weste, die Rücken und Brust vor Kälte schützt.

Was auf keinen Fall in meinem Bekleidungskonzept fehlen darf sind Handschuhe und Stirnbänder. Spätestens ab Oktober trage ich kategorisch beim Sport ein Headband und im Alltag eine Mütze. Beim Sport hält es meine Ohren warm, die Haare aus dem Gesicht und ist ein nettes Accessoire. Im Alltag hilft eine coole Mütze das Outfit aufzupeppen, Badhair-Days zu überstehen oder mich optisch jünger zu machen (nicht das ich mit meinem Alter ein Problem habe, aber wenn ich mit Mütze Alkohol kaufen will, muss ich trotz meiner 35 Jahre öfters mal den Ausweis zücken).

Für alle, die sich für das Thema interessieren, gibt es jetzt noch die Infografik von ASICS zum Layeringkonzept.

asics-layering-konzept

Ausserdem interessiert mich natürlich brennend, was du im Winter beim Sport trägst. Hilft dir das Zwiebelprinzip dich warm zu halten?

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