6. März 2018

ALPENBREVET 2018

Das wird meine bisher grösste Herausforderung

By In Sport

Seit letzter Woche ist es fix: Ich habe mich wirklich angemeldet und werde mein erstes, reines Radrennen fahren. Fünf Schweizer Alpenpässe wollen in maximal 14 Stunden eliminiert werden. Rund 264 Kilometer und beinahe 6850 Meter Steigung. Bin ich irre? Vielleicht – ein kleines bisschen. Anderseits, auch nicht verrückter als andere! 

Radfahren ist eine Sportart die mir schon immer gefallen hat. Ich habe es, dank meiner deutschen Grosseltern, die selbst jeden Sonntag mit dem Hollandrad die nordrhein-westfälischen Halden bezwungen haben, relativ früh, mit dreieinhalb Jahren gelernt. Als wäre es gestern, kann ich mich an mein weisses Rad mit Goldstreifen und Gepäckträger erinnern. Schnell habe ich gefallen an dem zweirädrigen Fortbewegungsmittel gefunden und war stolz wie Oscar, als ich dann auch alsbald ohne Stützräder fahren konnte. Auf weiss-gold folgte rosa mit Glitzerstaub und einer ersten Gangschaltung, danach das erste Mountainbike und später dann, als ich mit dem Triathlon begonnen habe mein erstes Rennrad. Das Rennrad wurde zu Gunsten eines Zeitfahrrades verkauft und jetzt?

Der Irrsinn lässt grüssen

Ja, jetzt suche ich erstmal wieder nach einem Rennrad – zusätzlich zum Zeitfahrrad. Denn, ohne Rennrad ein Radrennen wie das Swiss Cycling Alpenbrevet in Angriff nehmen zu wollen, würde wirklich an Irrsinn grenzen. Natürlich weiss ich wozu ich mich angemeldet habe. Zumindest sage ich das immer im Brustton der Überzeugung wenn, mich Leute in der letzten Zeit danach gefragt haben. Ganz klar bin ich mir darüber aber wohl doch noch nicht. Ich weiss, es sind 264 Kilometer an Distanz zu bewältigen, dazu kommen 6831 Meter reine Steigung. So in Zahlen klingt das noch ganz passabel, wenn ich mir dann aber vor Augen führe, dass ich fünf Alpenpässe an einem Tag bezwingen will – ach quatsch! Ich schaffe das schon! Da lasse ich mich auch nicht von meinem Coach Mario aus der Ruhe bringen. Auf die Whats App, in der ich meine Pläne verraten habe, schrieb er „Du machst mich fertig“ – vielleicht hat er gedacht er müsste mitfahren? Nein, Spass bei Seite. Ich bin mir bewusst, dass ich mich mit diesem Projekt ziemlich weit aus dem Fenster gelehnt habe. Aber, ich mag nun mal Herausforderungen und aussderm, ich muss allerhöchstens mir etwas beweisen. Es ist mir klar, dass ich die 14 Stunden, die für diese Strecke veranschlagt wurden vermutlich auch brauchen werde. Wenn’s schneller geht wunderbar, dann freue ich mich umso mehr, falls nicht, auch ok – wichtig ist für mich – ich komme um 21 Uhr im Ziel in Andermatt an.

Wie sieht mein Training bis zum Alpenbrevet aus

Aktuell fahre ich noch gar nicht so viel Rad und wenn, dann auf der Rolle oder, falls das Wetter es zulässt mache ich eine Biketour. Da – siehe oben – ich ja noch kein Rennrad habe. Ich hoffe sehr, dass mich meine aktuelle Kieferhöhlenentzüdung nicht allzulange vom Training abhält und überlege schon, ob lockeres indoor-rollen demnächst wieder möglich ist.

Mario hat mir versichert, dass mein Trainingsplan mit ordentlich langen Radeinheiten gespickt sein wird. Diese finden, auf Grund meiner Arbeits- und Familiensituation eher am Wochenende bzw. am Freitag, meinem freien Tag statt. Ich bin froh, dass ich mich nicht um die Trainingsplanung kümmern muss und in Mario einen Coach gefunden habe, der mich auf ehrliche Art und Weise coacht.

Grundsätzlich überlege ich, während den wärmeren Frühjahrsmonaten und später im Sommer meinen Arbeitsweg von rund 70 Kilometern mit dem Rad statt mit dem Auto zu fahren. Wenn ich Hin- und Rückweg fahre, käme ich auf rund 140 Kilometer, falls ich nur einen Weg fahren will, kann ich das Rad ja einfach mit in den Zug nehmen und so heimreisen.

Zusätzlich möchte ich die Wochenenden, an denen wir ins Wallis reisen nutzen, um über den Grimselpass zu fahren. D’Grimsla, wie wir Walliser den Pass zwischen Bern und dem Oberwallis nennen gehört zur Platintour des Alpenbrevets. Die Passstrasse ist zwar im Sommer gerade an den Wochenende viel befahren aber, da die gesamte Strasse eher einer Alpenautobahn, als einer wirklichen Passstrasse gleicht, lässt sich dort wunderbar trainieren. Die Aussicht ist sowohl auf der Berner, als auch auf der Walliser Seite beeindruckend.

Falls es zeitlich irgendwie passt, würde ich gerne auch die anderen vier Pässe vor dem Rennen im August abfahren. Denn, über den Sustenpass bin ich erst einmal mit dem Auto gefahren, über den Oberalppass nur mit dem Zug und den Lukmanierpass kenne ich so gar nicht. Einzig den Nufenenpass, der die Verbindung vom Oberwallis ins Tessin schafft, kenne ich bestens.

Mit dem Women’s Cycling Camp die Waden auf Vordermann bringen

Ich finde, dass sich gerade der Radsport dafür eignet im Team zu trainieren. Weil Männer aber in der Regel lossausen wie die Berserker freue ich mich umsomehr auf mein Trainingscamp im Allgäu. Zusammen mit ganz vielen anderen radbegeisterten Mädels nehme ich nämlich am Women’s Cycling Camp teil. Viel mehr wurde ich zur Teilnahme eingeladen. Da ist es für mich selbstverständlich, dass ich nicht nur radfahre, sondern auch berichte, was ich im Camp erlebe. Und natürlich möchte ich mich hier ganz offiziell bei den Organisatorinnen des Women’s Cycling Camps für die Einladung bedanken! Ich freue mich auf 4 Tage reinstes Radvergnügen im schönen Allgäu!

Was ich am radeln mit Frauen schätze

Radfahren in einer reinen Frauengruppe ist etwas tolles. Letzten Sommer war ich regelmässig nur in Mädelsgruppen unterwegs und die Dynamik eines solchen Gespanns ist eine ganz andere als in gemischten Gruppen. Liebe Radfahrer, ich möchte euch keinesfalls zu nahe treten, aber irgendwie werde ich bei gemischten Ausfahrten das Gefühl nicht los, dass ihr Männer euch untereinander ständig beweisen müsst, wer der besser ist. Frauen müssen das nicht, wir können gechillt unsere Radausfahrt machen, warten auf einander, wenn’s nötig ist, unterhalten uns – ja, auch unterwegs und legen auf der Passhöhe die wohlverdiente Pause bei Kaffee und Kuchen ein. Ist man in gemischten Gruppen unterwegs, so zumindest meine Erfahrung, bleibt häufig kaum Zeit, sich einen Riegel in den Mund zu schieben. Geschweige denn, die Frau macht sich selbst daran, den platten Reifen zu wechseln. Das dauert den Herren meist viel zu lange und überhaupt, Frauen können das nicht. Hallo? Natürlich können wir Frauen platte Reifen wechseln und warum sollten wir das nicht so fix können wie Männer? Reifenwechseln ist reine Übungssache, dass kann nun wirklich jeder!

Weitere Radpläne bis im August

Letztes Wochenende, während meiner Autofahrt durch halb Deutschland ist mir aufgefallen, wie viele befestigte Radwege es dort gibt und ich habe mir überlegt, ob ich die Woche rund um das Women’s Cycling Camp voll machen will und für ein paar Tage eine Art Trainingslager in meiner zweiten Heimat absolvieren möchte. Dabei schlage ich gleich zwei Fliegen mit einer Klappe. Ich kann lange Radausfahrten unternehmen und dabei endlich mal Nord-Rhein-Westfahlen erkunden und meine Familie besuchen.

Eine weitere lange Radstrecke könnte ich mir auf dem Weg in die Sommerferien vorstellen. Wie jeden Sommer fahren wir auch dieses Jahr wieder nach Frankreich zum Surfen. Warum also nicht einen Teil der 1000 Kilometer auf dem Rennrad zurücklegen? Wäre zumindest eine Überlegung wert.

Wo und wann ich auf meinem Weg zum Alpenbrevet radle erfahrt ihr sicher hier auf meinem Blog oder meinem Instagrammchannel. Ich freue mich, wenn ihr mich auf dieser Reise begleitet, motiviert und vielleicht sogar das eine oder andere Mal mitradelt? Meldet euch gerne bei mir falls ihr Lust dazu habt.

Kommentar verfassen

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.

%d Bloggern gefällt das: